Was ist ein Festgeldkonto und wofür eignet es sich?
29. Juli 2011 # 12:46 # Finanzierung, Geldanlage # Keine Kommentare
Wer ein wenig Geld auf der hohen Kante hat und dieses nicht gleich ausgeben möchte, der wird es in den allermeisten Fällen sparen wollen. Da das Geld unter dem Kopfkissen jedoch mehr schlecht als recht aufbewahrt ist, stellt sich die Frage nach der richtigen Art der Geldanlage. Hier bieten sich viele verschiedene Möglichkeiten an, angefangen beim Verbleib des Geldes auf dem einfache Girokonto, über das klassische Sparbuch bis hin zu Aktien. Doch besonders in den letzten Jahren ist sowohl das Tagesgeld- als auch Festgeldkonto zu einer der beliebtesten Formen der Geldanlage avanciert. Aber was ist ein Festgeldkonto eigentlich und worin unterscheidet es sich von den anderen Geldanlagen?
Wo bekommt man ein Festgeldkonto?
Oftmals gehen Angebote über Festgeldkonten mit einem Tagesgeldkonto einher. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Produkten besteht dabei in der Verfügbarkeit der auf ihnen hinterlassenen Geldeinlage. Denn während das Geld auf einem Tagesgeldkonto seinem Namen entsprechend praktisch täglich verfügbar ist, und somit dem normalen Girokonto sehr ähnelt, so sind Geldeinlagen auf einem Festgeldkonto fest und können nur nach einer vorher vereinbarten Laufzeit vom Konto wieder abgehoben werden.
In aller Regel wird die Einlage auf einem Festgeldkonto vom damit verbundenen Tagesgeldkonto transferiert. Je nach den Konditionen der jeweiligen Bank, gibt es unterschiedliche Modelle mit jeweils unterschiedlich hoher Verzinsung und Laufzeit, die den Kunden dabei frei zur Verfügung stehen. Allen gemein ist allerdings eine gewisse Mindesteinlagesumme, welche oft allerdings bereits bei vergleichsweise geringen 1000 Euro beginnt und somit für die meisten Sparer keine wirkliche Hürde darstellt.
Die Höhe der Zinsen
Genau wie beim Tagesgeldkonto werden auch die Zinsen auf das Festgeld vom aktuellen Leitzins beeinflusst. Der Leitzins ist dabei der allgemein gültige Zinssatz in einer Volkswirtschaft und beschreibt die Kosten, zu denen sich die Banken selbst Geld bei der zuständigen Zentralbank leihen können. Da diese in Form von Zinsen berechneten Kosten bei den Banken natürlich in den Preis ihrer Dienstleistungen miteinfließen, wird der Leitzins mehr oder weniger direkt an die Bankkunden weitergegeben. Das heißt, wenn der Leitzins steigt, dann steigen auch die Zinsen bei den Banken und wenn dieser sinkt, dann sinken die Zinsen für die Kunden ebenfalls. Somit ist auch das Festgeldkonto besonders bei einem hohen Leitzins attraktiv.
Da die Einlage auf einem Festgeldkonto fest angelegt ist und vor Ablauf eines bestimmten Zeitraums nur gegen Zahlung einer entsprechenden Entschädigung an die Bank vom Konto abgehoben werden kann, eignet sich das Festgeld vor allem für Vermögen oder Teile von Vermögen, welche in absehbarer Zeit zunächst nicht benötigt werden und daher möglichst effektiv arbeiten sollen. Denn dass die Einlage beim Festgeld für einen bestimmten Zeitraum dem Kunden nicht zur Verfügung steht, schlägt sich ebenfalls in der Höhe der Zinsen nieder, sodass diese beim Festgeldkonto in aller Regel höher ausfallen als beim Tagesgeld oder klassischen Sparbuch, wo das Geld praktisch täglich wieder zur Verfügung steht.
Fazit
Somit lässt sich also mit dem Verzicht auf das Ersparte für einen bestimmten Zeitraum mehr Geld an Zinsen verdienen als es beim Tagesgeld, Sparbuch oder gar Girokonto. Während diese Anlageformen also eher für kurzfristige Geldanlagen sinnvoll sind, so empfiehlt sich das Festgeldkonto bei mittel- bis langfristigen Sparvorhaben und ist aufgrund seiner geringen Kosten (die meisten Festgeldkonten sind kostenlos) die perfekte Geldanlage für nicht gebrauchtes Geld.
Foto: Simone Voigt – Fotolia
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