Wie funktioniert der Ratenkauf im Einzelhandel?
20. November 2011 # 13:25 # Finanzierung # Keine Kommentare
Der Ratenkauf im Einzelhandel ist meist ein leicht abgewandelter Kleinkredit bzw. Konsumentenkredit mit der Besonderheit, dass er anders als die meisten Konsumentenkredite nur für das jeweilige Sortiment des Einzelhändlers gilt. Auf diese Art und Weise ist der Kauf auf Raten im Einzelhandel auch eher schleichend entstanden. Als “Vater” dieser Kreditform kann man durchaus die verschiedenen, verdeckten Konsumentenkredite der Versandhäuser bezeichnen: Dort gab es meist eine Option genannt “Zahlen auf Rechnung”, was eine Zahlung binnen 14 Tagen oder 3 Wochen bedeutete.
Dann eine meist als “Zahlen in bequemen Monatsraten” genannte Variante, die eigentlich ein versteckter Kredit war. Mit der Zunahme der Verbraucherrechte und der damit verbundenen Preistransparenz wurden die Anforderungen sowohl an den Kreditgeber, als auch den Kreditnehmer höher. Lesen Sie deshalb jetzt, wie die Zahlung auf Raten im Einzelhandel heute funktioniert.
Der Kredit zur Absatzförderung
Insbesondere die beiden grellen, besonders laut werbenden Elektronik-Markt-Ketten bieten immer wieder Sonderfinanzierungen, Sonderaktionen oder auch eine 0%-Finanzierung an. Der Verkauf von Waren gegen spätere Zahlung erfüllt hierbei zwei Funktionen: Zum einen sollen die Hemmschwellen gesenkt werden, dass Produkt schon zu einem frühen Zeitpunkt zu kaufen. Wer beispielsweise einen Urlaub schon bezahlt hat, wartet manchmal mit weiteren Anschaffungen wie einer Digitalkamera. Die Absatzfinanzierung hat hier den großen Vorteil, Kunden in die eigenen Geschäfte zu lenken und Umsätze vorziehen zu können. Im Gegenzug verzichtet das Unternehmen auf die Berechnung von Zinsen, was seine Preise noch besser und günstiger aussehen lässt. Die meisten Einzelhandelsunternehmen, Möbelhausketten und Kaufhäuser arbeiten dabei mangels eigener Banktöchter mit einem Kooperationspartner aus dem Bankensektor zusammen. Dieser vergibt den Kredit so wie jeden anderen Kredit auch und stellt den Auszahlungsbetrag direkt dem Einzelhandelspartner zur Verfügung. Der Kreditnehmer profitiert von einem erheblich vergünstigten Zins, den sich die kreditgebende Bank im Rahmen eines Vertrages vom Handelspartner teilweise erhöhen lässt. Der Einzelhandels-Partner subventioniert so indirekt den Niedrigzinssatz des Konsumentenkredits.
Der Kredit als eigenständige Gewinnquelle
Manche Unternehmen sehen aber den Verkauf der Produkte und die Kreditvergabe getrennt. Dort dient der leichte Zugang zum Kredit als Verkaufsargument, der Zinssatz wird aber nicht exzessiv beworben. Dieser liegt leicht über dem Niveau eines normalen Konsumentenkredits und kann trotz Niedrigzinsphase schon einmal eine zweistellige Höhe annehmen.
Image: Daorson – Fotolia
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